Klima.Tour auf der Mottbruchhalde in Gladbeck ist eröffnet
Manchmal reicht ein einziges Buch, um in eine völlig andere Welt einzutauchen. Wir lachen, fiebern mit, sind berührt oder entdecken Gedanken, die uns noch lange begleiten. Umso schöner ist es, dass in Gladbeck jetzt erstmals die Gladbecker Lesetage stattfanden.
Eine Woche wurde die Stadt zur Lesestadt. Mehr als 20 Veranstaltungen an neun Orten allein in der Innenstadt zeigen, wie vielfältig Literatur sein kann. Den Auftakt machten die Fensterlyrik und die offizielle Eröffnung der ersten Gladbecker Lesetage. Bürgermeisterin Bettina Weist, Mark Bothe (k4)und Michael Meyer (Vlipp e.V.) gaben gemeinsam den Startschuss für die Veranstaltungswoche.
Für einen besonderen Moment sorgte Bürgermeisterin Bettina Weist selbst: Sie brachte das „G“ von „Gladbecker Lesetage“ auf die Schaufensterscheibe der Humboldt Buchhandlung und setzte damit symbolisch den Auftakt für eine Woche, in der sich in Gladbeck alles um das Lesen und die Literatur drehte.
Die Fensterlyrik widmete sich dem Gladbecker Lyriker Dirk Juschkat (1962–2024). Sein Gedicht „Rezept für ein Gedicht“ war auf insgesamt elf Schaufenster in der Gladbecker Innenstadt verteilt. Gestaltet und auf die Scheiben gebracht wurde das Gedicht vom Schriftart Festival e.V. aus Essen. Beteiligt waren elf Mitglieder der Werbegemeinschaft Gladbeck e.V.
Damit wurde die Innenstadt selbst zum Buch. Der literarische Rundgang begann an der Humboldt Buchhandlung in der Lambertistraße und führte über die Entdeckerweine, vorbei an Top Hair und dem Hospizverein bis zur Traumwerkstatt. Von dort ging es zurück auf die Hochstraße, weiter zum Juwelier Hahne, zum Optiker Hahne und zum Schuhhaus Ostermann.
Ein Abstecher führte in die Goethestraße zu Melissa Zak, bevor der Rundgang wieder in Richtung Lambertistraße führte und bei Sandra Beckmann Haarexperten endete.
Wer der Route folgte, hatte am Ende das komplette Gedicht gelesen. Gerade darin lag der besondere Reiz dieser Aktion: Man musste keinen Lesesaal betreten und auch kein Buch aufschlagen. Die Literatur begegnete den Lesern beim Spaziergang durch die Stadt – auf Augenhöhe und mitten im täglichen Leben. Aus Schaufenstern wurden Seiten, aus einem Einkaufsbummel ein literarischer Spaziergang.
Zugleich erinnert die Aktion an Dirk Juschkat, dessen lyrisches Werk eng mit Gladbeck verbunden ist. Mit der Präsentation seines Gedichts erhält sein Schaffen einen sichtbaren Platz im öffentlichen Raum und lud dazu ein, seine Worte neu zu entdecken.
Die ersten Gladbecker Lesetage zeigten, wie vielfältig Literatur sein kann und wie sie Menschen zusammenbringt. Bei mehr als 20 weiteren Veranstaltungen an neun Orten für Klein und Groß gab es in KiTas und etlichen weiteren Schauplätzen eine Woche lang Gelegenheit, zuzuhören, zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht selbst wieder einmal zu einem Buch zu greifen.
Die Veranstalter K4, Vlipp e. V. und das Literaturbüro Ruhr haben mit Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Gladbeck zur Förderung von Kunst und Kultur sowie der Ruhrstiftung Bildung und Erziehung diese tolle Veranstaltung ins Leben gerufen und vielen neugierigen Besuchern schöne Geschichten und vielleicht den einen oder anderen Moment beschert, der noch ein bisschen nachwirkt.