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Nicole Gruschinski

Stadtarchiv übernimmt Nachlass des Gladbecker Heimatforschers Manfred Samen

Die Familie Samen mit dem Nachlass.
Ursula Samen (Ehefrau des verstorbenen Mannes Manfred Samen, MItte) mit Tochter Judith Samen (rechts) und Enkelin Elisabeth Samen übergeben Christian Schemmert, Leiter des Stadtarchivs, den Nachlass von Manfred Samen. Foto: Stadt Gladbeck

Gladbeck verfügt über eine lebendige Erinnerungskultur, die zu überliefern besondere Beachtung verdient.

In der Person Manfred Samen hat das Stadtarchiv Gladbeck jetzt den Nachlass eines der engagiertesten Vertreter der heimatkundlichen Forschung in Gladbeck der vergangenen drei Jahrzehnte übernommen.

Sein Werk wird in dem bibliographischen Gesamtverzeichnis der nordrhein-westfälischen Universitäts- und Landesbibliotheken mit knapp 80 Einzelveröffentlichungen nachgewiesen, die in den Zeitraum von 1992 bis 2017 fallen.

Von der Stadt Gladbeck wurde Manfred Samen, der 1935 in Gladbeck geboren wurde und somit das Kriegsende und die Nachkriegsjahre in seiner Heimatstadt bewusst miterlebte, im Jahr 2005 mit der Ehrenplakette ausgezeichnet, in Anerkennung ebenjener Verdienste um die Erforschung der Gladbecker Stadtgeschichte. Er verstarb in diesem Frühjahr im Alter von 90 Jahren.

Wichtige Rolle in der gesamtstädtischen Erinnerungslandschaft

Samens Hauptinteresse galt der Geschichte des Nationalsozialismus in Gladbeck, insbesondere der Verbrechen, die das Regime zwischen 1933 und 1945 an Minderheiten wie der jüdischen Bevölkerung oder den psychisch kranken und behinderten Menschen vor Ort verübt hat.

In zahlreichen Vorträgen im Haus der Volkshochschule Gladbeck machte Samen seine über die Forschungsarbeit gewonnenen Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich. In diesen Kommunikationsräumen der Aufarbeitung und Bewertung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, von Krieg und Holocaust, kam Samen eine wichtige Rolle innerhalb der gesamtstädtischen Erinnerungslandschaft zu, indem er aktiv an der Ausbildung lokaler Narrative mitwirkte.

 

Vielzahl historischer Originaldokumente

Wie eng Manfred Samen mit seinem Forschungsgegenstand biographisch und erinnerungskulturell verbunden war, dokumentiert der nun ins schriftliche Kulturerbe der Stadt überführte Personenbestand im Umfang von neun laufenden Regalmetern eindrücklich.

Neben einer Vielzahl historischer Originaldokumente, Materialsammlungen, handschriftlichen Aufzeichnungen und Typoskripten zu Vorträgen und publizistischen Ausarbeitungen enthält der Best. 210 Manfred Samen auch familienkundliche Aufzeichnungen und Dokumente aus dem Privatarchiv der Familie.

An dieser Stelle ist der Familie Samen ein ausdrücklicher Dank auszusprechen, denn die Unterstützung, die das Stadtarchiv Gladbeck in den vergangenen Wochen und Monaten vom ersten persönlichen Kontakt über die Vertragsabstimmung bis zur vollständigen Übernahme der Nachlasssachen erfahren hat, muss als beispielhaft gelten.

Quelle: Stadt Gladbeck

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