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Nicole Gruschinski

Weihnachts- und Neujahrsgrüße von Bürgermeisterin Bettina Weist

Weihnachts- und Neujahrsgrüße von Bürgermeisterin  Bettina Weist
Foto: Stadt Gladbeck

Drittes Jahr im Amt war erneut ein Jahr voller Herausforderungen unter anderem durch die Defizite im Haushalt

Das Jahr neigt sich zu Ende und Bürgermeisterin Bettina Weist sendet ihre Neujahrswünsche und zieht ein Resümee des ausklingenden Jahr 2023:

Liebe Gladbecker:innen,

nach rund zweieinhalb Jahren Corona-Pause war dieses Jahr wieder eines im „Normalbetrieb“. Die Folgen der Pandemie und die des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und die zahlreichen Verwerfungen in der gesamten Welt spüren wir in Gladbeck jedoch bis heute: Gestiegene Energiepreise, Inflation, Rohstoffknappheit und verstärkte Fluchtbewegungen wirken sich auch unmittelbar auf uns aus. Mein drittes Jahr im Amt war also erneut ein Jahr voller Herausforderungen. Gemeinsam mit einem motivierten Team der Stadtverwaltung haben wir die Herausforderungen dieses Jahres gemeistert. Dafür möchte ich allen meiner rund 1.500 Kolleginnen und Kollegen ganz herzlich danken.

Auswirkungen der Krisen noch deutlich spürbar

Die Auswirkungen der Krisen merken wir besonders im städtischen Haushalt, den wir Anfang Dezember mit einem Defizit von rund 16,8 Mio. Euro verabschiedet haben. Das war erneut ein besonderer Kraftakt! Mein Dank gilt hier den Lokalpolitiker:innen, die diesem Haushalt und dem Stellenplan die Zustimmung gegeben haben. Sie haben Verantwortung für unsere Stadt in wirklich sehr schwierigen Zeiten übernommen. Dank solidem Haushaltssicherungskonzept und der Aussicht, in rund zehn Jahren den Ausgleich schaffen zu können, ist dieser Haushalt genehmigungsfähig. Dies schaffen wir aber am ehesten, wenn endlich eine auskömmliche Finanzierung der Aufgaben erfolgt, die wir für Land und Bund übernehmen und die immer mehr werden. Dazu ist ebenfalls dringend eine nachhaltige Lösung der Altschuldenfrage nötig. Diese Forderung habe ich auch in diesem Jahr immer und immer wiederholt in der Hoffnung, dass sich unsere Beharrlichkeit am Ende auszahlt.

Trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen wollen wir Gladbeck liebens- und lebenswert erhalten und hier auch Zukunft gestalten. Wir haben jetzt auch in 2024 die Möglichkeit, in den Bereichen Bildung, Digitalisierung, Klimaschutz, Mobilität, Infrastruktur, Kultur und Sport wichtige Projekte zu starten bzw. fortzusetzen. Wir setzen den Kita-und Schul-Ausbau mit voller Offensive fort, beginnen mit den Planungen für eine neue Grundschule im Stadtsüden am Standort „Im Linnerott“. Auch in Sachen Digitalisierung setzen wir weiter auf Tempo, nicht nur in den Schulen. Wir haben im Dezember die Digitalisierungsstrategie vorgestellt, die künftig unseren roten Faden bilden wird.

Schutz in Gladbeck für Geflüchtete

Froh bin ich darüber, dass wir den Standort Van der Valk als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes verhindern konnten. Wir haben sehr schnell deutlich gemacht, dass wir den Standort, die Art der Unterbringung und die Größe für suboptimal halten. Ich bin dankbar, dass Land und Bezirksregierung dieser Einschätzung gefolgt sind. Wir werden unserer Verantwortung, geflüchteten Menschen in Gladbeck Schutz zu bieten, selbstverständlich nachkommen – in kleineren Einheiten und an anderen Standorten. Bereits im Januar wird das Land die städtische Einrichtung am Festplatz mit 156 Plätzen übernehmen und als ZUE betreiben. Ein zweiter Standort mit einer ähnlichen Kapazität wird aktuell gesucht.

Gemeinsam mit der städtischen Wirtschaftsförderung wollen wir Gladbeck strategisch als attraktiven Wirtschaftsstandort stärken. Wir betreiben bereits ein sehr aktives Leerstandsmanagement, das im kommenden Jahr mit weiteren Fördermitteln unterstützt wird, und haben in diesem Jahr damit begonnen, ein Innenstadtkonzept zu erstellen, dessen Ergebnisse wir im Frühjahr 2024 präsentieren wollen, praktizieren ein aktives Citymanagement. Wir blicken genau auf den Einzelhandel und die Gastronomie, tauschen uns regelmäßig aus. Ein wichtiges Gremium dazu ist auch der VGW mit dem ich eng zusammenarbeite. Auch für das Möbelhaus Niessing gibt es konkrete Pläne, neben attraktivem Wohnen in der City wird das Café Extrablatt künftig zur weiteren Belebung des Marktplatzes beitragen. Am Rande der Innenstadt wollen wir auch die Planungen zur Neugestaltung des Oberhofes fortsetzen und die Voraussetzungen für den geplanten Baubeginn 2027 schaffen. Eine besondere Rolle hat auch das Handwerk, das ein wichtiger Motor der lokalen Wirtschaft ist und das auch beim Neujahrsempfang 2024 in den Fokus rücken wird.

Attraktiver Wirtschaftsstandort

Unter dem Titel „37°Nordost“ haben wir einen breit angelegten Beteiligungsprozess gestartet, den wir gemeinsam mit unseren Bürger:innen nutzen möchten, um die Jahrhundertchance, die uns der Ausbau der B224 zur A52 bietet, im Rahmen einer Neuplanung des entstehenden Areals auf dem Tunneldeckel anzugehen. Gladbeck wächst zusammen und dies bringt neue Möglichkeiten mit sich. Welche großen Chancen für die Entwicklung unserer Stadt sich in den Bereichen Wohnen, Leben und Arbeiten bieten. hat der städtebauliche Wettbewerb eindrucksvoll gezeigt. Auf dieser Grundlage werden wir die Planungen weiter vorantreiben, um Gladbeck zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehört es auch, die Pläne zur Abtragung der Großen Steinhalde weiter zu verfolgen, die auch von der Politik mehrheitlich getragen werden.

Besonders die Situation an der Steinstraße 72 hat uns – neben weiteren problematischen Immobilien – im zurückliegenden Jahr erneut stark beschäftigt. Hier haben wir die Kontrollen hochgefahren, Dauerpräsenzen eingerichtet. Mittels Ordnungsverfügung haben wir einen Sicherheitsdienst in den wärmeren Monaten von April bis Oktober durchgesetzt. Doch neben der Aufrechterhaltung des Kontrolldrucks müssen wir den Menschen im und rund um das Haus auch die helfenden Hand reichen, haben viele soziale Angebote in unserem Büro im 9. Stock gemacht, die gut angenommen werden.

Wir haben jedoch auch andere Orte, wie den Bereich der Goethe-/Humboldtstraße, an denen wir sehr aktiv sind und die Ängste und Sorgen der Gladbecker:innen sehr ernst nehmen. Dass hier trotz verstärkter Bemühungen weiterer Handlungsbedarf besteht, machte auch das Stadtteilgespräch Mitte vor einigen Tagen deutlich. Dass der KOD zukünftig seine Räumlichkeiten im Haus der Evangelischen Kirche an der Humboldtstraße haben wird, soll zu einer Verbesserung in diesem Bereich beitragen.

Sorgen und Ängste ernst nehmen

Den Sport habe ich im vergangenen Jahr zur „Chefinnensache“ gemacht, um in unserer Sportstadt die Basis für gute Trainings- und Wettkampfbedingungen für unsere Vereine zu legen. Der Sportpark Mottbruch, unser Leuchtturmprojekt im Gladbecker Süden, wird im nächsten Jahr eröffnet. Die Sportler:innen-Gala hat mit „Sport goes Party“ eine neue Ausrichtung erhalten. In der Sportkonferenz besprechen wir wichtige Themen und tauschen uns aus. Das alles trägt dazu bei, dass die Gladbecker Sportfamilie noch enger zusammen rückt. Denn das hohe ehrenamtliche Engagement der Vereine – nicht nur im Sport – ist zudem eine wichtige Stütze für das Zusammenleben in unserer Stadtgesellschaft.

Dieses tolle Miteinander in unserer Stadt möchte ich hervorheben und auch in Zukunft stärken. Es war nach Corona das erste Jahr im „Normalbetrieb“, auch unsere Stadtfeste, wie Umsonst und Draußen, das Appeltatenfest, der Nikolausmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag und weitere Open-Air-Veranstaltungen, schaffen Begegnungen. Die zahlreichen schönen Erlebnisse und vielen tollen Menschen, die ich in diesem Jahr treffen durfte, geben Anlass zu Optimismus. In Gladbeck ist der starke Zusammenhalt das größte Pfund, um auch die Schwierigkeiten und Unwägbarkeiten in diesen Zeiten zu meistern. In Gladbeck übernehmen wir Verantwortung für andere, wir kümmern uns. Dies hat man auch zuletzt in der Vorweihnachtszeit an der Paketaktion des Caritasverbandes, der Wunschbaumaktion der Einzelhändler:innen oder der Aktion „Briefe gegen Einsamkeit“ gesehen.

Tolles Miteinander und Zusammenhalt

Generell ist es mir wichtig, nah an den Gladbecker:innen zu sein, mit Ihnen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Dazu habe ich das Format „Triff die Bürgermeisterin“ gestartet, das Stadtteilgespräch in Ellinghorst war ein guter Auftakt. Auch auf dem Nikolausmarkt und im Stadtteil Mitte fanden zwischenzeitlich ebenfalls Stadtteilgespräche statt – weitere werden im kommenden Jahr folgen.

Bis es so weit ist, wünsche ich Ihnen und Ihren Familien von Herzen alles Gute, gesegnete Weihnachten und ein glückliches und gesundes Jahr 2024!

Lassen Sie es uns gemeinsam zu einem guten Jahr machen!


Quelle: Stadt Gladbeck

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